ein dunkles wesen, gemacht aus blut und schatten
den tag nie erblickt
jäger der nacht
nährt sich von des menschen seele
ein mörder
ewig wandelnt, suchend, irrend
nichts was ihn treibt
unfähig zu sterben
verdammt
und verflucht
der thom - 30. Okt, 15:44
1.
Der graue Rumpf des Imperialen Sternenzerstörers Leuterung hing wie ein blasser Geist über der toten Sonne des Do'waal Systems. Ein Geist, ein Echo, einer unlängst aus dem galaktischen Bewusstsein verbannten Vergangenheit. Siebzehn Standartjahre, waren seit der Schlacht von Endor vergangen, fast zwei Jahrzehnte, zwei Jahrzehnte voller demütigender Rückzugsgefechte, verschwenderrischer Machtkämpfe zwischen Muftis und Flottenmilitärs und eines endwürdigendes Friedensvertrages mit der Rebellion, welcher das einstige galaxisweite Imperium auf drei Sektoren und knapp tausend bewohnter Welten verkrüppeln ließ. Und obwohl die Leuterung ein Schiff der Imperator-Klasse war und somit über all jene fotschrittliche Technologie verfügte, um einen modernen Mon Cal Kreuzer der Rebellen als ebenwürdig zu erscheinen, war der langsame Zerfall des 'Restimperiums' unübersehbar. Es fehlte schlicht allerorts an allen: Schiffe, Soldaten oder Ressourcen. Was nutzten schon eine handvoll hochgerüsteter Flagschiffe, wenn die Kernflotte aus veralteten Modellen oder Piratenbeständen stammt? Welchen Sinn hatte es weiter Soldaten auszubilden, wenn ihre Anzahl doch nie ausreichen würde um effektiv neues Terretorium zu erobern, geschweige den auf lange Zeit zu besetzen? Wozu braucht ein Imperium überhaupt noch einen derart aufgeblasenen Militarapparat, dessen "Macht" sich bloß noch in seinen Wirtschaftsauskommen zeigte? In den jetzt zwei Monaten, die sie nun hier ausharten und auf Kontaktaufnahme oder neue Befehle warteten, krochen diese Fragen immer wieder durch Captain Tschels Gedanken... und die Antworten gefielen ihm nicht. Das zermürbendste am Soldatenleben, so wusste er, war die Monotomie. Woraus auch eine gewisse Gefahr erwuch. Diese Festellung konnte er immer öfter an seiner Mannschaft beobachten: Langeweile und Frustration stiegen kontinuirlich. Was wiederrum zur Folge hatte, das die Trainingsräume ständig besetzt waren. Auch kam ihm gerüchteweise zu Ohren, dass die Scoutpiloten hohe Bestechungssummen annahmen um Pasagiere während ihrer Routineflüge mitzunehmen. Falls dies in nächster Zeit überhand nehmen würde, werde er einschreiten müssen.
Das Geräusch näherkommender Schritte, erfasste seine Aufmerksamkeit und riss ihn aus seinen dunklen Gedanken zurück auf den Kommandostand seiner Schiffsbrücke. Die Schritte kamen zum stehen und vor ihm im Aussichtsfenster spiegelte sich hinter seinen Rücken das Bild Leutnant Pskas ab. Tschel wartete noch ein paar Sekunden und drehte sich dann langsam dem Twilekgesicht seines Untergebenen zu. Dessen Anblick erinnerte ihn jedesmal an ein weiteres Problem: Immer mehr Michtmenschen druchsetzen die Reihen der FLotte., dachte er, doch er vertrieb den Gedankenfetzen und nickte Pska zu.
"Der vorläufge Bericht des letzten Senorscans, Captain."
"Irgenwas neues?"
"Nein, Sir - das heisst vielleicht. Das kam gerade von Scout Zwei rein.", meldete er und übergab Tschel einen Datenblock. "Es könnte bei Vektor 1:34:9 den Rücksturz eines getarnten Schiffes geben haben. Die Senorabteilung ist allerdings noch mit der Auswertung beschäftigt, es könnte sich auch bloß um eine weitere Intereferenz handeln, die vom Do'wall Stern stammt."
Tschel überflog schnell die Blockdaten und stellte kühl fest:"Nein, das muss er sein. Die Scouts sollen zurückkehren und lassen Sie einen Abfangkurs setzen, maximale Sublichtgeschwindigkeit, ich möchte so schnell wie möglich in Traktorreichweite sein." Pska warf ihm einen irritierten Blick zu. "Sir?", fragte er unsicher.
"Sie haben ihre Befehle, Leutnant. Ich will wissen warum unserer verehrter Jedi, sich solange Zeit gelassen hat."
...und, so dachte er für sich selbst, weshalb er den Tarnmodus aktiviert hat, obwohl er weiß, das wir auf ihn warten.
der thom - 17. Aug, 18:19