Dienstag, 3. Juli 2007

viel scheiß um nichts

...oder wie sich fernsehn umschreiben lässt. doku-soap, doku-soap, krimiserie, castingshow, clipshow, krimi-reihe. so lautet die menschenverachtende bilanz des typischen abendprogramms... oder nachmittags-... oder vormittagsprogramms. ich weiß, für die sender ist es wesentlich biliger ohne drehbuchautoren oder schauspieler zu produzieren und fürs plumbe volk bringt die unterhaltungsmonotomie eine ersehnte schonung der familieneigenen gehirnzelle. doch kann sich noch wer an die zeiten erinnern, bevor ein durchgeknallter holländer auf die idee kam wie spannend es doch wäre, die letzten assis vom arbeitsamt zu klauen und zusammen mit ein paar kameras ins nächste dixiklo zu sperren, um zu erleben wer als erstes versucht durchs loch am boden in eine besere welt zu fliehen (was wieder mal bestätigt das alles böse aus nederlands stammt) oder die superpathologin, die der leiche ihren finger in den arsch steckt, dran schnuppert und selbstsicher: mörder, motiv, samt wiederlegten alibi, verkündet? kennt sie noch jemand? die siebziger, achtziger und neunziger? wohl kaum.
es ist eine geteilte gesellschaft entstanden, deren riss tiefer furcht als der klassenkampf zwischen west und ost. die eine seite, die über ausreichend aufmerksamkeitsdefizite verfügt, um sich selbst vom puren anschein von geschehn fesseln zu lassen, deren geistiger ereignishorizont jedoch bereits bei unbebilderten zeitungsartikeln gewaltigt ausgebremmst wird. auf der anderen seite... nun da bin ich und der rest der 'zivilisierten' welt, leider in der unterzahl, verstecken sich vor der realität und schwören erst dann wieder zu kommen, wenn holland im meer versenkt ist und nie wieder eine derartige welle der idiotie über die erde schwappen kann!

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