Freitag, 30. Juni 2006

anatomie des bösen teil 1)

das böse - und das muss hier am anfang geklärt werden - ist nichts weiter als ein abstrakter begriff, keine macht, keine person, nichts außer die zusammenfassung all jener charaktereigenschaften und daraus folgenden handlungen, die von der allgemeinheit als extrem negativ aufgefasst werden. kruzum: das böse steckt im menschen, in dessen geist, an der gefährlichen grenze wo verstand und gefühl aufeinander treffen und gegenseitig einfluss nehmen. der zentrale gedanke, der hinter dem allgemeinen begriff steckt - und komischweise seltener benutzt wird - ist hass. die zweite seite allen menschlichen daseins ist eben jenes gefühl, welches kaum von jemanden so gelebt wie das erste: die liebe**). beide gründen sich auf leid. der mensch leidet wenn er einsam ist - manche mehr als andere - und diese leid lässt sich durch beide extreme beenden. liebe... hat einen hacken, einseitige liebe, ist keine liebe (über kurz oder lang). hass kann alleine bestritten werden, er lebt davon leid auf andere zu übertragen, während liebe die ergänzung der eigenen seele und der jeweils anderen dastellt. aber zurück zum hass. wobei eine einfache kette zu betrachten ist, wie sich leid in hass wandelt: leid führt zu gier, gier färbt sich zu neid, neid zu zorn *)und zorn zu hass.

*)(zorn und nicht wut, da wut eher etwas kurzlebiges impulsives ist, wut empfindet man oft über weniger persönliche dinge wie z.b. missstände in der gesellschaft, was die wut wiederrum einen rechtschaffenden charakter gibt und somit nichts mit dem "bösen" zu tun hat)
**) wobei neben der romantischen als auch die platonische liebe gemeint ist

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